
Lebewesen · Gliederfüßer
Enoploclytia leachi
Quellenzeitraum (keine Art-Lebensdauer) · ≈ 143–66 Ma
Erschlossene Lebendrekonstruktion
Enoploclytia leachi
Überblick
Enoploclytia leachi ist ein kreidezeitlicher Zehnfußkrebs mit auffälligen langen, schlanken großen Scherenbeinen. Hinter dem Kopf und Brust bedeckenden Panzer folgt ein gegliederter Hinterleib. Große Scheren und kleine Anhänge lassen sich gemeinsam vergleichen.[1][2]
Illustration wird geladen…
Wichtige Fakten
O4042 bewahrt Kopfbrustbereich, die drei vorderen Beinpaare und Hinterleib im Zusammenhang. Das Exemplar vermittelt mehr Körperverbindungen als eine einzelne isolierte Schere. Vorderkörper und Hinterleib lassen sich am selben Fossil vergleichen.[1]
Zeit und Ort
Das Exemplar O4042 ist als Material aus dem frühen bis mittleren Turonium von Bílá Hora in Prag im heutigen Tschechien dokumentiert. Auch weitere Exemplare aus dem Böhmischen Kreidebecken und Dortmund in Deutschland wurden untersucht. Die gesamte Kreide umfasst ungefähr 140–66 Millionen Jahre vor heute.[1][2][3][4]
Der Zeitraum beschreibt den Quellenkontext, nicht die gesamte Existenzdauer dieser Art.
Größe, Gestalt und Skelett
Das erste Scherenbeinpaar ist lang und schlank ausgebildet. Auch Hauptfurchen des Panzers, gezähntes Rostrum und gegliederter Hinterleib dienen dem Vergleich. Von großen Scheren bis zu kleinen Oberflächenstrukturen lassen sich Hinweise unterschiedlicher Größenordnung entdecken.[1][2]
Aus spätkreidezeitlichen Meeresablagerungen von Česká Třebová in Tschechien ist ein 18 cm langes vollständiges Exemplar von Enoploclytia leachi bekannt. Das ungefähr einem kleinen Lineal entsprechende Exemplar vermittelt die Größe dieses Meereskrebstiers.[11]
Illustration wird geladen…
Lebensraum und Fortpflanzung
Die großen vorderen Scheren und die folgenden kleinen Anhänge unterscheiden sich am selben Körper in Größe und Lage. Material mit zusammenhängendem Panzer, Beinen und Hinterleib erschließt die Position jedes Bereichs. Über die eindrucksvolle Scherengröße hinaus lässt sich der ganze Körperaufbau betrachten.[1][2]
Fossilfund
Eine Untersuchung von 1998 verglich seltenes Zehnfußkrebsmaterial aus Dortmund; ein Bericht von 2010 überprüfte böhmisches Material erneut. Besonders O4042 zeigt die Verbindung von Vorderkörper, Beinen und Hinterleib. Teilbeschreibungen und zusammenhängende Exemplare erschließen gemeinsam den Körper.[1][2]
Quellen
- Veselská(2010). Revize vybraných skupin dekapodů z české křídové pánve. Zprávy o geologických výzkumech v roce 2009:172–174.
- Wittler (1998) — Enoploclytia aus Dortmund
- Internationale Kommission für Stratigraphie (2024) — Geologische Zeittafel
- Stadt Prag — Umweltbericht
- Veselská(2010). Revize vybraných skupin dekapodů z české křídové pánve. Zprávy o geologických výzkumech v roce 2009:172–174.
- Wittler (1998) — Enoploclytia aus Dortmund
- Internationale Kommission für Stratigraphie (2024) — Geologische Zeittafel
- Stadt Prag — Umweltbericht
- Micraster-Studie — Mikroevolution, Anpassung und Prädation
- Internationale Kommission für Stratigraphie (2024) — Geologische Zeittafel
- Štambergová, Svobodová & Kozubíková (2009), Raci v České republice
Forschungsfragen
Was vermitteln eine isolierte und eine am Körper befestigte Schere unterschiedlich? Ein zusammenhängendes Exemplar zeigt, an welcher Körperstelle der große Anhang sitzt. Entsprechende Bereiche verschiedener Fossilien werden verglichen, um den Gesamtaufbau zu verstehen.[1][2]
Beobachtung
Lassen Sie den Blick von den langen, schlanken großen Scheren zu Panzerfurchen und Rostrum wandern. Folgen Sie ihm bis zum gegliederten Hinterleib, um Unterschiede zwischen Vorder- und Hinterkörper zu erkennen.[1][2]
Verwandte Organismen
Scheren und Seeigelskelette des spätkreidezeitlichen Europa
Enoploclytia und Micraster vermitteln unterschiedliche Zeugnisse aus dem spätkreidezeitlichen Europa. Verbinden Sie Zehnfußkrebsnachweise aus dem heutigen Tschechien und Deutschland mit Seeigelnachweisen aus Großbritannien und betrachten Sie den unterschiedlichen Aufbau von Scherenbeinen und herzförmigem Skelett.