
Lebewesen · Vögel und frühe Avialen
Messelastur gratulator
Quellenzeitraum (keine Art-Lebensdauer) · ≈ 56–33,9 Ma
Erschlossene Lebendrekonstruktion
Messelastur gratulator
Überblick
Messelastur gratulator ist ein ungewöhnlicher Vogel aus dem eozänen Deutschland. Auffällig sind großer Kopf, kurzer stark gebogener Schnabel und kräftige Beine. Merkmale, die an Eulen, Papageien und Greifvögel erinnern, treffen in einem Körper zusammen.[1][2]
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Wichtige Fakten
Wie findet man Verwandte, wenn ähnliche Merkmale auf mehrere Gruppen verteilt sind? Kopf und Beine von Messelastur erinnern an unterschiedliche Vögel. Diese Kombination machte ihn zu interessantem Material für die Erforschung früher Vogelstammbäume.[1][2]
Zeit und Ort
Er ist mit Messel in Deutschland um das mittlere Eozän vor ungefähr 48 Millionen Jahren verbunden. Die Ablagerungen eines alten Sees bewahrten feine Vogelskelette. Messel erlaubt neben Vergleichen von Säugetieren und Pflanzen auch solche vieler Vögel.[1][3]
Der Zeitraum beschreibt den Quellenkontext, nicht die gesamte Existenzdauer dieser Art.
Größe, Gestalt und Skelett
Der Kopf ist groß, der Unterkiefer tief und der Schnabel kurz gebogen. Die Beine sind kurz und kräftig. Das Teilskelett SMF-ME11080 wurde wichtig, um zuvor getrennt am Kopf beobachtete Merkmale mit Körperknochen zu verbinden.[1]
Bei einem Skelett von Messelastur gratulator war der Schädel etwa 4,5 cm lang. Der kurze, an der Spitze gebogene Schnabel nahm ungefähr ein Viertel der Schädellänge ein. Am im Verhältnis zum Körper großen Kopf fielen der dicke Unterkiefer und die hakenartige Schnabelspitze auf.[7]
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Lebensraum und Fortpflanzung
Gebogener Schnabel und kräftige Beine regen zur Untersuchung der Nahrungsverarbeitung an. Forschende vergleichen neben dem Schnabel auch Zehen- und Beinbau. Der Fall zeigt, in welchen Kombinationen Merkmale des Umgangs mit Nahrung bei frühen Vögeln vorkamen.[1][2]
Fossilfund
Ein Exemplar mit Körperknochen, die mit dem Kopf verbunden waren, ergänzte den zuerst bekannten Schädel und erweiterte die Vergleiche. Die Studie von 2005 analysierte diese Knochen und die Verwandtschaft. 2021 wurde Tynskya, ein Verwandter derselben Familie aus dem britischen London Clay, erneut verglichen.[1][2]
Quellen
- Mayr2005 — Das Skelett von Messelastur und die Verwandtschaft der Vögel
- Mayr2021 — Neue Skelettvergleiche der Messelasturidae
- Internationale Kommission für Stratigraphie — Geologische Zeitskala
- Mayr2005 — Das Skelett von Messelastur und die Verwandtschaft der Vögel
- Welterbe Grube Messel — Drei Leptictidium-Arten aus Messel
- Mayr2021 — Neue Skelettvergleiche der Messelasturidae
- Mayr (2005) — Postcraniales Skelett und Morphologie von Messelastur
Forschungsfragen
Stammen ähnliche Schnäbel und Füße von gemeinsamen Vorfahren oder entstanden sie durch ähnliche Lebensweisen? Messelasturiden-Forschung behandelt solche Fragen anhand von Kombinationen mehrerer Knochen. Auch der Zehenbau des nahen Tynskya ergänzte neue Vergleichsfragen.[1][2]
Beobachtung
Lassen Sie den Blick vom großen Kopf und gebogenen Schnabel zu den kurzen, kräftigen Beinen wandern. Vergleichen Sie, ob mehrere vertraute Vogeltypen zugleich in Erinnerung kommen.[1]
Verwandte Organismen
Vögel und Säugetiere von Messel
Messelastur und Leptictidium sind eozäne Organismen aus Messel im heutigen Deutschland. Verbinden Sie unterschiedliche Vogel- und Säugetierskelette, um die vielfältigen Körper dieser Fossilfundstelle zu erkunden.