
Lebewesen · Plazentatiere
Prodeinotherium bavaricum
Altersbereich der Fossilbelege · ≈ 23–7,25 Ma
Erschlossene Lebendrekonstruktion
Prodeinotherium bavaricum
Überblick
Prodeinotherium bavaricum ist ein Rüsseltier mit eindrucksvoll aus dem Unterkiefer abwärts gebogenen Stoßzähnen. Ein Teilskelett aus Unterzolling in Deutschland erschließt mehrere Knochen von Kiefer, Hals, Händen und Füßen. Lage und Richtung der Stoßzähne unterscheiden sich von vertrauten Elefanten.[1]
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Wichtige Fakten
Der namensgebende Lectotypus dieses Tieres ist ein einzelner unterer Prämolar. Das Unterzollinger Material einer Studie von 2002 besteht dagegen aus mehreren Knochen eines Individuums. Das namensbestimmende Exemplar und ein körperlich aufschlussreiches Exemplar haben unterschiedliche Aufgaben.[1]
Zeit und Ort
Untersucht wurden mittelmiozäne Fossilien aus Unterzolling im heutigen Bayern in Deutschland. Das gesamte Miozän reicht ungefähr von vor 23 bis vor 5 Millionen Jahren. Schichten und Exemplare Süddeutschlands erschließen dieses Rüsseltier.[1][2]
Der Zeitraum beschreibt den Quellenkontext, nicht die gesamte Existenzdauer dieser Art.
Größe, Gestalt und Skelett
Der vordere Unterkiefer wird als abwärts gebogen beschrieben, die Stoßzähne als stark nach hinten gekrümmt. Zum Material desselben Individuums gehören Halswirbel, einige Rumpfknochen, Mittelhandknochen sowie mehrere Bein- und Fußknochen. Über die auffällige Kieferkurve hinaus lassen sich andere Körperteile betrachten.[1]
Beim Exemplar aus Unterzolling beträgt die Länge der unteren Zahnreihe von den Prämolaren bis zu den Molaren 310 mm.[7]
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Lebensraum und Fortpflanzung
Wo lässt sich der tragende Bau eines großen Rüsseltiers erkennen? Gattungsvergleiche von Prodeinotherium behandeln Vorderbeine und einen lasttragenden Körperbau. Die Hand- und Fußknochen aus Unterzolling ergänzen neue Informationen zum Vergleich einzelner Bereiche.[1]
Fossilfund
Das Teilskelett von Unterzolling wurde 1977 in einer Kiesgrube entdeckt. Eine Studie von 2002 beschrieb zahlreiche Knochen, unter anderem von Hals, Händen und Füßen, ausführlich. Sie verglich Skelette derselben Art und anderer Deinotherien miteinander.[1]
Quellen
- Huttunen·Göhlich (2002) — Das Prodeinotherium-Skelett aus Unterzolling
- Internationale Kommission für Stratigraphie (2024) — Geologische Zeittafel
- Huttunen·Göhlich (2002) — Das Prodeinotherium-Skelett aus Unterzolling
- Internationale Kommission für Stratigraphie (2024) — Geologische Zeittafel
- Persico et al. (2015) — Ein gut erhaltener Nashornschädel aus Spinadesco
- Billia (2008) — Wiederentdeckung eines Nashornschädels aus der Region Irkutsk
- A partial skeleton of Prodeinotherium bavaricum (Proboscidea, Mammalia) from the Middle Miocene of Unterzolling (Upper Freshwater Molasse, Germany)
Forschungsfragen
Welche unterschiedlichen Informationen liefern ein Lectotypus aus einem einzelnen Prämolaren und ein Teilskelett mit mehreren Knochen? Der eine dient als Maßstab für den Namensvergleich, das andere ergänzt Material zum Körperbau. Das regt dazu an, die jeweilige Rolle von Fossilien in der Forschung zu bedenken.[1]
Beobachtung
Suchen Sie zuerst die vom Unterkiefer abwärts gebogenen Stoßzähne. Betrachten Sie danach die Positionen von Hals, Rumpf, Händen und Füßen, um den besonderen Kiefer mit den tragenden Körperstrukturen zu vergleichen.[1]
Verwandte Organismen
Rüsseltiere und Nashörner im Eurasien unterschiedlicher Zeiten
Vergleichen Sie das mittelmiozäne Skelett von Prodeinotherium aus Deutschland mit pleistozänen eurasischen Schädeln von Dihoplus. Aus dem Unterkiefer abwärts gebogene Stoßzähne und Nashornschädel erzählen Säugetiergeschichten unterschiedlicher Zeiten.