Agriochoerus antiquus

Agriochoerus antiquus

Lebewesen · Plazentatiere

Agriochoerus antiquus

Quellenzeitraum (keine Art-Lebensdauer) · ≈ 40–32 Ma

Erschlossene Lebendrekonstruktion

Agriochoerus antiquus

Überblick

Agriochoerus antiquus ist ein ungewöhnliches fossiles Säugetier Nordamerikas. Kopf und Zähne dieser Art werden mit dem krallenbewehrten Körper von Tieren derselben Gattung verglichen. Unter Verwandten, bei denen man leicht an Hufe denkt, fällt diese andere Fußform auf.[1][2]

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Wichtige Fakten

Machen Krallen ein Tier zwangsläufig zum Fleischfresser? Die Gattung Agriochoerus wird als krallenbewehrtes pflanzenfressendes Säugetier verglichen. Vorgeschlagene Deutungen reichen vom Graben nach Wurzeln bis zum Klettern auf Bäumen und werfen interessante Fragen zur Lebensweise auf.[2]

Zeit und Ort

Wichtige Exemplare stammen aus dem frühen Oligozän, ungefähr vor 33 Millionen Jahren. Sie sind aus der Brule-Formation der White-River-Gruppe im heutigen US-Bundesstaat South Dakota bekannt. Zusammen mit den vielfältigen Säugetierfossilien dieser Region erschließen sie eine frühere Welt an Land.[1]

Der Zeitraum beschreibt den Quellenkontext, nicht die gesamte Existenzdauer dieser Art.

Größe, Gestalt und Skelett

Die Erforschung dieser Art beginnt mit Gesicht, Stirn, Unterkiefer und Zähnen. Skelettvergleiche innerhalb derselben Gattung beschreiben einen langen Kopf und Rumpf sowie einen Schwanz, der von einer kräftigen Basis zur Spitze schmaler wird. Krallenbewehrte Füße sind ein auffälliges Merkmal der Agriochoerus-Gruppe.[1][2]

Das in der Forschung geschätzte Körpergewicht beträgt etwa 56 kg. Stellen Sie sich mit diesem Gewicht die Verbindung von langem Kopf und Rumpf mit krallenbewehrten Füßen vor.[7]

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Lebensraum und Fortpflanzung

Eine Studie untersuchte Fossilien und alte Böden der John-Day-Formation im heutigen US-Bundesstaat Oregon gemeinsam. Agriochoerus antiquus gehörte zu den großen Huftieren, die hauptsächlich in Paläoböden subhumider Umgebungen gefunden wurden. Neben der Knochenform liefern auch die begleitenden Böden Hinweise auf frühere Umweltbedingungen.[2][3]

Fossilfund

Leidy begründete die Gattung 1850 anhand von Kopf- und Kieferfragmenten, die er von Prout erhalten hatte. Er verglich Material eines erwachsenen Tieres mit kaum abgenutzten Backenzähnen mit dem eines älteren Individuums. Aus diesen anfänglichen Teilfunden entwickelten sich Zahn- und Skelettstudien in mehreren Museen.[1]

Quellen

  1. Leidy — Beschreibung des Schädels und der Zähne von Agriochoerus
  2. Coombs1983 — Vergleich großer Pflanzenfresser mit Krallen
  3. Retallack·Samuels(2020). Paleosol-Based Inference of Niches for Oligocene and Early Miocene Fossils From the John Day Formation of Oregon. Journal of Vertebrate Paleontology40(1).
  4. Leidy — Beschreibung des Schädels und der Zähne von Agriochoerus
  5. Coombs1983 — Vergleich großer Pflanzenfresser mit Krallen
  6. Ursprung der Spitzmäuse sowie Kopf und Vordergliedmaßen von Domnina
  7. Smits (2017), Remodeling the Fossil Record: Analysis of Emergent Evolutionary and Ecological Patterns

Forschungsfragen

Waren die ungewöhnlichen Füße besser zum Graben oder zum Festhalten an Ästen geeignet? Form von Krallen und Gliedmaßen wird mit der anderer großer Pflanzenfresser verglichen. Die Verbindung zwischen der aus Zähnen erschlossenen Nahrung und den aus Füßen abgeleiteten Bewegungen ist eine zentrale Forschungsfrage.[2]

Beobachtung

Wenden Sie den Blick vom langen Kopf zu den Backenzähnen im Kiefer. Denken Sie anschließend an die Krallen an den Füßen: So lassen sich selbst unter ähnlichen Säugetieren andere Kombinationen von Körpermerkmalen entdecken.[1][2]

Verwandte Organismen

Domnina gradataPlazentatiereQuellenzeitraum (keine Art-Lebensdauer) · ≈ 33,9–23 Ma

Früholigozäne Säugetiere der Brule-Formation

Agriochoerus und Domnina sind aus früholigozänem Material der Brule-Formation bekannt. Betrachten Sie anhand unterschiedlicher Exemplare aus den heutigen US-Bundesstaaten South Dakota und Wyoming einerseits Kopf und Zähne und andererseits den Bau der Vordergliedmaßen eines kleinen Säugetiers.

Ergänzte Informationen

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