Callistoe vincei

Callistoe vincei

Lebewesen · Theria

Callistoe vincei

Quellenzeitraum (keine Art-Lebensdauer) · ≈ 56–33,9 Ma

Erschlossene Lebendrekonstruktion

Callistoe vincei

Überblick

In den eozänen Wäldern Südamerikas lebte ein ungewöhnlicher Räuber mit langen Vorderkrallen. Callistoe vincei ist ein Säugetier mit großem Kopf und vergleichsweise kurzen Gliedmaßen, das einem anderen Evolutionszweig als heutige Räuber entstammt.[2]

Illustration wird geladen…

Wichtige Fakten

Die sehr langen Vorderkrallen wurden mit der Fähigkeit verbunden, kleine Beutetiere aus dem Boden auszugraben. Der Daumen könnte auch zum Festhalten und Handhaben von Gegenständen gedient haben. Über das Bild eines bloß laufenden Räubers hinaus lässt sich so überlegen, wie Hände und Füße eingesetzt wurden.[2]

Zeit und Ort

Das Fossil stammt aus der Lumbrera-Formation in der Region Salta im heutigen Nordwestargentinien. Es dokumentiert die Evolution räuberischer Säugetiere im eozänen Südamerika.[2]

Der Zeitraum beschreibt den Quellenkontext, nicht die gesamte Existenzdauer dieser Art.

Größe, Gestalt und Skelett

Der Körper verbindet einen großen Kopf, einen kurzen Lendenbereich und lange Vorderkrallen. Schulter und Ellenbogen wurden als geeignet für ein hauptsächlich vorwärts und rückwärts gerichtetes Beugen und Strecken der Gliedmaßen analysiert. Schädel und beträchtliche Teile des Körperskeletts sind bekannt, sodass sich über die Zähne hinaus die Nutzung des ganzen Körpers erforschen lässt.[2][1]

Drei Berechnungen anhand der Gliedmaßenknochen des Exemplars PVL 4187 von Callistoe vincei ergaben im Mittel etwa 23 kg. Zahnbasierte Berechnungen lieferten höhere Werte und zeigen, dass die Schätzung der Körpergröße vom untersuchten Bereich abhängen kann.[3]

Illustration wird geladen…

Lebensraum und Fortpflanzung

Eine Untersuchung von 2011 beschrieb den Lebensraum von Callistoe als feuchten gemäßigten Wald und deutete das Tier als überwiegend bodenlebenden Fleischfresser. Funktionelle Knochenanalysen führten zum Vorschlag, dass es am Waldboden mit den Vorderfüßen nach kleiner Beute in Bauen suchte.[2]

Fossilfund

Nach der Beschreibung als neue Art im Jahr 2002 folgte 2011 eine ausführliche Analyse des Körperskeletts. Das wichtige Exemplar PVL 4187 überliefert Schädel und Kiefer, Hals- und Rumpfwirbel sowie viele Gliedmaßenknochen. Dadurch erweiterten sich die Fragen danach, was für ein Räuber dieses Tier war.[2][1]

Quellen

  1. Babot·Powell·de Muizon (2002) — Erstbeschreibung von Callistoe vincei
  2. Argot·Babot (2011) — Morphologie und Vergleich des Körperskeletts von Callistoe vincei
  3. Argot·Babot (2011) — Körperbau und Bewegung von Callistoe
  4. Smith, De Wilde & Steurbaut (2004) · Primitive Equoid and Tapiroid mammals: keys for interpreting the Ypresian-Lutetian transition in Belgium · Bulletin RBINS Earth Sciences74 Supplement:165–175
  5. Luke T. Holbrook (2009) · Osteology of Lophiodon Cuvier,1822 (Mammalia,Perissodactyla) and its phylogenetic implications · JVP29(1):212–230 · DOI10.1671/039.029.0117

Forschungsfragen

Da Teile des Skeletts zusammengedrückt und verformt sind, vergleichen Forschende die Knochen, um ihre ursprüngliche Form zu lesen. Besser bekannte Bereiche wie Becken und Schwanz könnten künftig ein genaueres Verständnis von Gleichgewicht und Fortbewegung ermöglichen.[2][1]

Beobachtung

Betrachten Sie das Zusammenspiel von Kopf, Rumpf und Vorderkrallen. Achten Sie neben der Körpergröße auf die Möglichkeit, dass Vorder- und Hinterfüße unterschiedliche Aufgaben erfüllten.[2]

Verwandte Organismen

Lophiodon remensisPlazentatiereQuellenzeitraum (keine Art-Lebensdauer) · ≈ 56–34 Ma

Unterschiedliche Körper innerhalb der Säugetiere

Betrachten Sie Körper und Lebenshintergrund von Callistoe vincei und Lophiodon remensis gemeinsam. Callistoe vincei: In den eozänen Wäldern Südamerikas lebte ein ungewöhnlicher Räuber mit langen Vorderkrallen. Callistoe vincei ist ein Säugetier mit großem Kopf und vergleichsweise kurzen Gliedmaßen, das einem anderen Evolutionszweig als heutige Räuber entstammt. Lophiodon remensis: Lophiodon remensis ist ein Huftier, das durch das eozäne Europa zog. Es zeigt die alte Vielfalt der Unpaarhufer, zu denen Pferde, Tapire und Nashörner gehören.

Ergänzte Informationen

Wird geladen...
Auf dem Globus erkunden