
Lebewesen · Plazentatiere
Lophiodon remensis
Quellenzeitraum (keine Art-Lebensdauer) · ≈ 56–34 Ma
Erschlossene Lebendrekonstruktion
Lophiodon remensis
Überblick
Lophiodon remensis ist ein Hufsäugetier des eozänen Europas. Es zeigt die frühe Vielfalt der Unpaarhufer, zu denen Pferde, Tapire und Nashörner gehören. Kiefer und Schädel aus mehreren europäischen Regionen verbinden seine Geschichte.[1][2]
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Wichtige Fakten
Auch ein kleiner bezahnter Kiefer kann ein Schlüssel zur Körpergröße eines früheren Tieres sein. Forschende, die Lophiodon aus dem Geiseltal untersuchten, schätzten anhand der Backenzahngröße Veränderungen der Körpermasse. Interessant ist, dass andere Veränderungen als bei Pferdeverwandten desselben Waldes festgestellt wurden.[3]
Zeit und Ort
Es ist aus dem eozänen Europa bekannt. Untersucht wurden etwa 48 Millionen Jahre alte Exemplare aus Épernay in Frankreich und jüngeres mitteleozänes Material aus dem deutschen Geiseltal. Ein einziges Tier führt so zu mehreren damaligen europäischen Fossilfundorten.[1][3]
Der Zeitraum beschreibt den Quellenkontext, nicht die gesamte Existenzdauer dieser Art.
Größe, Gestalt und Skelett
Am Oberkiefer von Épernay in Frankreich reicht die Zahnreihe von den Prämolaren bis zu den Molaren. Auch die Verbindungen von Stirn-, Tränen- und Nasenbein dienen zum Vergleich dieser Gruppe. Bei Körpergrößenstudien werden sichtbare Knochenlängen zusammen mit daraus abgeleiteten Massenschätzungen betrachtet.[1][2][3]
Eine Vergleichstabelle unter der Schreibweise 'Lophiodon remense' fasst für vier Exemplare aus dem deutschen Geiseltal Längen der unteren Molarenreihe von 68,5–90,5 mm zusammen. Vom ersten bis zum dritten Molaren erstreckt sie sich somit über etwa 7–9 cm.[14]
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Lebensraum und Fortpflanzung
Das in einer Studie von 2020 rekonstruierte Geiseltal war ein feuchter subtropischer Wald. Lophiodon wird gemeinsam mit großen pflanzenfressenden Säugetieren solcher Wälder untersucht. Ein wärmerer Wald als in heutigen europäischen Landschaften und seine Huftiere machen den Fossilkontext anschaulich.[3]
Fossilfund
Der Oberkiefer aus Épernay wurde als Neotypus zur neuen Vergleichsgrundlage dieser Art. Auch Zähne aus Belgien und Schädel aus dem deutschen Geiseltal dienten der Forschung. Das Tier wird eher durch Materialien mehrerer Fundorte als durch einen vollständigen Knochensatz eines Landes erschlossen.[1][2]
Quellen
- Smith, De Wilde & Steurbaut (2004) · Primitive Equoid and Tapiroid mammals: keys for interpreting the Ypresian-Lutetian transition in Belgium · Bulletin RBINS Earth Sciences74 Supplement:165–175
- Luke T. Holbrook (2009) · Osteology of Lophiodon Cuvier,1822 (Mammalia,Perissodactyla) and its phylogenetic implications · JVP29(1):212–230 · DOI10.1671/039.029.0117
- Ring et al. 2020 — Divergent mammalian body size in a stable Eocene greenhouse climate
- Smith, De Wilde & Steurbaut (2004) · Primitive Equoid and Tapiroid mammals: keys for interpreting the Ypresian-Lutetian transition in Belgium · Bulletin RBINS Earth Sciences74 Supplement:165–175
- Ring et al. 2020 — Divergent mammalian body size in a stable Eocene greenhouse climate
- Luke T. Holbrook (2009) · Osteology of Lophiodon Cuvier,1822 (Mammalia,Perissodactyla) and its phylogenetic implications · JVP29(1):212–230 · DOI10.1671/039.029.0117
- Mayr2019 — Hinterbeine und Verwandtschaft von Palaeotis
- Internationale Kommission für Stratigraphie — Geologische Zeitskala
- Houde & Haubold1987 — Erneute Untersuchung von Palaeotis weigelti
- Hooker2016 — Skelett und Grabanpassungen des frühen Maulwurfs Eotalpa
- Smith, De Wilde & Steurbaut (2004) · Primitive Equoid and Tapiroid mammals: keys for interpreting the Ypresian-Lutetian transition in Belgium · Bulletin RBINS Earth Sciences74 Supplement:165–175
- Ring et al. 2020 — Divergent mammalian body size in a stable Eocene greenhouse climate
- Luke T. Holbrook (2009) · Osteology of Lophiodon Cuvier,1822 (Mammalia,Perissodactyla) and its phylogenetic implications · JVP29(1):212–230 · DOI10.1671/039.029.0117
- Cuesta — Los Lophiodontidae (Perissodactyla, Mammalia) del Eoceno de la Cuenca del Duero (Studia Geologica Salmanticensia 29, 1993)
Forschungsfragen
Bedeuten Größenunterschiede ähnlicher Fossilien unterschiedliche Arten? Eine Studie von 2020 überprüfte die bisherige Arttrennung des Geiseltal-Materials und fasste es vorläufig unter Lophiodon remensis zusammen. Dabei werden Größe, individuelle Unterschiede und evolutionäre Veränderungen gemeinsam gelesen.[3]
Beobachtung
Betrachten Sie den langgestreckten Kopf und die Zahnanordnung im Kiefer.[1][2]
Verwandte Organismen
Säugetiere und Vögel im Material des Geiseltals
Die Forschung zu Lophiodon im eozänen Europa und zu Vogelfossilien von Palaeotis verbindet der Fundort Geiseltal im heutigen Deutschland. Betrachten Sie Kiefer und Schädel des Hufsäugetiers sowie die Knochen des langbeinigen Vogels als unterschiedliche Materialien.
Eozäne Säugetiere Europas aus verschiedenen Fundorten
Lesen Sie das späteozäne Material von Eotalpa aus Großbritannien zusammen mit Lophiodon-Fossilien aus Frankreich und Deutschland. Schnauze und Vordergliedmaßen des Maulwurfverwandten lassen sich mit Kiefer und Schädel des Hufsäugetiers anhand unterschiedlicher Fundorte und Zeiten vergleichen.