
Lebewesen · Gliederfüßer
Cycleryon propinquus
Altersbereich der Fossilbelege · ≈ 152–145 Ma
Erschlossene Lebendrekonstruktion
Cycleryon propinquus
Überblick
Cycleryon propinquus ist ein Krebstier der Jurameere. Stacheln am seitlichen Panzerrand und Erhebungen auf dem Rücken fallen auf. Kleine Panzerunterschiede liefern Hinweise zur Unterscheidung ähnlicher Fossilien.[1][4]
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Wichtige Fakten
Auch die betrachtete Seite eines Fossils ist wichtig. Das Exemplar B13436 im Pariser Naturkundemuseum ist als zusammengedrücktes Fossil mit sichtbarer Bauchseite dokumentiert. Je nachdem, ob Rücken oder Bauch sichtbar sind, sieht dasselbe Lebewesen anders aus.[2]
Zeit und Ort
Der Nachweis zu Exemplar A33518 führt nach Eichstätt im heutigen Bayern, Deutschland. Das Museum ordnet es dem Tithonium zu. Denken Sie an eine vom heutigen Land verschiedene Meereslandschaft am Ende des späten Jura.[4][5]
Der Zeitraum beschreibt den Quellenkontext, nicht die gesamte Existenzdauer dieser Art.
Größe, Gestalt und Skelett
Forschende untersuchten an zugeordneten Exemplaren die stacheltragenden Panzerränder und rückenseitigen Erhebungen. Beidseits liegt je eine schwache Erhebung mit kleinen Höckern; in der Mitte eine Erhebung mit deutlicheren Höckern. Rand und Rückenmuster werden gemeinsam betrachtet.[1]
Das von der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie vorgestellte Fossil von Cycleryon propinquus ist etwa 15 cm lang. Es stammt aus dünnem Kalkstein der heutigen Region Mörnsheim in Deutschland und zeigt die Größe eines Krebstiers, das vor etwa 150 Millionen Jahren im Meer lebte.[8]
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Lebensraum und Fortpflanzung
Im späten Jura, als die Solnhofener Plattenkalke entstanden, erstreckte sich über Süddeutschland ein warmes flaches Meer. In Lagunen zwischen Riffen lagerten sich dünne Schichten feiner kalkiger Sedimente ab und bewahrten Spuren von Lebewesen. Die Fossilien der Region erschließen das frühere Meer und den Ort der Erhaltung gemeinsam.[5]
Fossilfund
Die Studie von 2012 untersuchte fünf Exemplare dieser Art im Pariser Naturkundemuseum. Neben Material aus Solnhofen und Eichstätt waren auch Stücke unbekannter Herkunft darunter. B13436 trägt einen Nachweis als Teil der Sammlung Milne-Edwards; so verbinden sich Fossilfundorte und Museumssammlungsgeschichte.[1][2]
Quellen
- Charbonnier·Garassino (2012) — Solnhofener Gliederfüßer im Naturhistorischen Museum Paris
- Nationales Naturhistorisches Museum Paris — Cycleryon-Exemplar B13436
- Nationales Naturhistorisches Museum Paris — Cycleryon-Exemplar A42006
- Nationales Naturhistorisches Museum Paris — Alter und Fundort des Exemplars A33518 aus Eichstätt
- Bayerisches Landesamt für Umwelt — Solnhofener Plattenkalk und Jurameer
- Treatise Online 174 — Diagnose der Gattung Dusa und Exemplare von Dusa monocera
- Nationales Naturhistorisches Museum Paris — Alter und Fundort des Exemplars A33518 aus Eichstätt
- Nose·Pyrzynska (2023) — Fossil des Monats: Cycleryon
Forschungsfragen
Könnten unterschiedlich benannte Fossilien Männchen und Weibchen derselben Art sein? Bei der Vorstellung des ersten Thorakalbeins von A42006 überliefert die Studie von 2012 Schweigerts Deutung von C. spinimanus als Weibchen dieser Art. Die Forschung vergleicht, ob Unterschiede ähnlicher Krebstiere Art- oder Geschlechtsunterschiede sind.[1][3]
Beobachtung
Folgen Sie zuerst der äußeren Panzerkontur und suchen Sie die Stacheln am Seitenrand. Wandern Sie danach zu den Erhebungen in der Rückenmitte und an beiden Seiten. Der Wechsel zwischen Kontur und Rückenmuster macht Unterscheidungsmerkmale der Fossilien deutlicher.[1]
Verwandte Organismen
Krebstiere aus Deutschland am Ende des Jura
Das deutsche Exemplar BSPG AS I 966 von Dusa monocera und das Exemplar A33518 von Cycleryon aus Eichstätt werden beide dem Tithonium zugeordnet. So lassen sich Krebstiere vom Ende des Jura aus dem Gebiet des heutigen Deutschlands nebeneinander betrachten.