
Lebewesen · Schildkrötenlinie
Ocepechelon bouyai
Quellenzeitraum (keine Art-Lebensdauer) · ≈ 143–66 Ma
Erschlossene Lebendrekonstruktion
Ocepechelon bouyai
Überblick
Wie hätte eine Schildkröte gefressen, deren Maul einem langen Trinkhalm ähnelt? Ocepechelon bouyai lebte am Ende der Kreide im Meer und fällt durch ihre röhrenförmig verlängerte Schnauze und die nach vorn gerichtete runde Mundöffnung auf.[1]
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Wichtige Fakten
Forschende deuteten dieses ungewöhnliche Maul als Apparat, der Beute zusammen mit Wasser einsaugte. Interessant ist, dass ähnliche Ernährungsstrategien bei Seenadeln, Verwandten der Seepferdchen, und einigen Walen vorkommen. Auch entfernt verwandte Tiere können Körperstrukturen entwickeln, die ähnliche Aufgaben lösen.[1]
Zeit und Ort
Ihr Lebensraum war das Meer im späten Maastrichtium, ganz am Ende der Kreide. Das Fossil wurde in Phosphatschichten bei Sidi Chennane im Ouled-Abdoun-Becken im heutigen Marokko gefunden. Die heutigen Ortsnamen helfen, den Fundort aufzufinden.[1]
Der Zeitraum beschreibt den Quellenkontext, nicht die gesamte Existenzdauer dieser Art.
Größe, Gestalt und Skelett
Allein der Schädel des Typusexemplars ist 70 cm lang und 43 cm breit. Auffällig ist der Gegensatz zwischen der langen, schmalen Vorderpartie und dem breit ausladenden Hinterkopf. Diese Zahlen beziehen sich auf den Kopf; beim Betrachten der Darstellung lohnt es sich daher, zunächst auf die Proportionen von Schnauze und Kopf zu achten.[1]
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Lebensraum und Fortpflanzung
Es wurde vorgeschlagen, dass diese Schildkröte ihre Nahrung nahe der Meeresoberfläche suchte. Forschende deuteten dafür gemeinsam die hoch liegenden Augen und Nasenöffnungen, den stromlinienförmigen Kopf und die Meeresablagerungen. Ihr ungewöhnliches Maul erweitert das Spektrum der Jagdweisen im Kreidemeer.[1]
Fossilfund
Das Exemplar, das dieses Tier bekannt machte, ist der isoliert gefundene vollständige Schädel OCP DEK/GE 516. 2013 beschrieben Forschende anhand seiner ungewöhnlichen Strukturen eine neue Gattung und Art.[1]
Quellen
- Bardet, N. et al. (2013). “A Giant Chelonioid Turtle from the Late Cretaceous of Morocco with a Suction Feeding Apparatus Unique among Tetrapods.” PLOS ONE 8(7): e63586. DOI: 10.1371/journal.pone.0063586.
- Bardet, N. et al. (2013). “A Giant Chelonioid Turtle from the Late Cretaceous of Morocco with a Suction Feeding Apparatus Unique among Tetrapods.” PLOS ONE 8(7): e63586. DOI: 10.1371/journal.pone.0063586.
- Gheerbrant et al.2005 — Schädel und Zähne des frühen Rüsseltiers Phosphatherium
- Gheerbrant et al.2005 — Neues Material von Phosphatherium und Evolution der Rüsseltiere
Forschungsfragen
Unterkiefer und Zungenbeinapparat des Halsbereichs sind bislang unbekannt. Funde dieser Bereiche könnten genauer zeigen, wie der Saugapparat tatsächlich funktionierte und welche Größe die Beute hatte.[1]
Beobachtung
Betrachten Sie vor allem den Gegensatz zwischen der röhrenförmig verlängerten Schnauze und dem breiten Kopf.[1]
Verwandte Organismen
Unterschiedliche Zeiten aus demselben Phosphatbecken
Ocepechelon und Phosphatherium sind aus unterschiedlichen Zeiten und Bereichen des Ouled-Abdoun-Beckens im heutigen Marokko bekannt. Verbinden Sie die röhrenförmige Schnauze einer Meeresschildkröte vom Ende der Kreide mit Kopf und Zähnen eines Elefantenverwandten aus dem frühen Eozän und betrachten Sie die Zeugnisse verschiedener Zeiten in einem Becken.